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Interview: Heaven Shall Burn (Teil 2)

Die professionelle Hobbyband

Woher kommt eigentlich überhaupt noch das Geld einer Band? Maik von HSB verrät es uns.


Die professionelle ...

Maik von Heaven Shall Burn zum Thema Merch-Verkauf, Social Media und Endorsements. Interessant? Interessant! Das alles und noch mehr liest du im zweiten Teil unseres HSB-Interviews. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

PnS: Inwieweit hilft es euch in der Band, dass ihr als Musiker über tontechnisches Wissen verfügt?
Maik:
Der Alexander (Dietz, Gitarrist, Anm. d. A.) auf jeden Fall! Aber es ist immer ein Unterschied, von was wir reden. Live- oder Studiotechnik. Alex ist ein wirklich guter Produzent, der auch ein eigenes Studio hat, und kennt sich damit wahnsinnig aus. Das Ganze live umzusetzen ist dann natürlich noch mal eine andere Geschichte. Gitarren live fett klingen zu lassen, ist was anderes, als auf dem Album. Unser Gitarren-Tecs haben in der Richtung immer coole Tipps, wie wir den gewünschten Sound umsetzen können.

PnS: Wartung der Instrumente auf Tour: Was wird gewechselt und geschraubt?
Maik:
Unsere Tecs kümmern sich in der Hinsicht ausgiebig um unser Equipment. Da werden jeden Tag neue Saiten aufgezogen. Wenn mal ein neuer Sattel gebraucht wird oder eine Schraube hier oder eine neue Mechanik, dann ist man bei seinem Endorser. Da ruft man fix an und das ist dann am nächsten Tag per Post da. Das ist eigentlich ganz easy. Natürlich hat man drei oder vier Gitarren pro Gitarrist mit, dass man auch mal überbrücken kann, wenn ein Ersatzteil nicht sofort lieferbar ist. Dass man immer zwei Gitarren startklar hat; eine Hauptwaffe sozusagen und eine Back-Up-Gitarre.

PnS: Habt ihr als Back-Up dasselbe Modell oder unterschiedliche?
Maik:
Ich hab spiegelbildlich die gleichen und unser Alex auch. Die unterscheiden sich nur von der Farbe. Die Komponenten jedoch sind dieselben. So soll's ja auch sein. So wenig Unterschied wie möglich.

PnS: Wie sieht es bei eurem Schlagzeuger aus?
Maik:
Dasselbe Spiel. Da werden ständig Felle gewechselt und alle möglichen Ersatzteile mitgenommen. Hardware natürlich auch, wenn ein Ständer mal irgendwie schlapp macht, ist es immer gut noch einen mehr mit zu haben. Von der Snare haben wir zwei oder drei Stück dabei. Das Modell wurde für die Live-Show auch schon einmal gewechselt. Wir haben festgestellt, dass die live zum Mikrofonieren viel geiler klingt, als die, welche wir immer im Proberaum benutzen. Das sind dann so Sachen, die man beim Soundcheck auf Tour erst rausbekommt.


Sänger Markus im Ansagefieber.

Alles an seinem Platz

PnS: Ständiges Wechseln der Orte mit unterschiedlichen Temperaturen. Welche Komplikationen ergeben sich und wie werden sie behoben? (Verstimmen der Instrumente)
Maik:
Ja, das ist schon immer mal wieder ein Problem, aber wenn man einen erfahrenen Guitar-Tec hat, dann beugt der dem schon vor. Da werden die Saiten dann noch mal mehr gestretcht. Wenn wir abends 20.00 Uhr spielen, dann stehen die Instrumente schon an die 10 Stunden im Raum. Load-In ist meistens zwischen 9.00 Uhr und 10.00 Uhr, da hat das immer genügend Zeit sich zu akklimatisieren. Klar, gibt natürlich Besseres für eine Gitarre, als durch die Welt geschippert zu werden. Dennoch kommt man da nicht drum herum.

PnS: Wie bewerkstelligt ihr die Lagerung eures Live-Equipments?
Maik:
Wir haben ein Lager angemietet, indem unser Live-Equipment liegt. Das ist nicht weit von unserem Proberaum entfernt. Wenn wir also mal etwas brauchen, können wir sogar hinlaufen, wenn wir wollen. Ein Schlagzeug sowie eine komplette Backline befindet sich im Proberaum, den Rest von unserem Live-Equipment wird im Lager verstaut.

PnS: Wie beugt ihr Übersteuerungen und Störsignalen am besten vor?
Maik:
Störgeräusche hat man ständig. Oftmals weiß man auch gar nicht, wo das herkommt und ob das irgendwelche Funkfrequenzen sind oder ob wieder eine neue LTE-Leitung verlegt wurde. Gerade wenn man mit Wireless-System spielt, hat man ständig Probleme. Das weiß man gar nicht, ob es aus dem Stromkreis, in dem die Lichtgeräte drin sind, kommt oder der hausinterne Strom sich bemerkbar macht. Solang es nicht so nervtötend ist, dass es den Gig zerstört, kümmert man sich auch nicht wirklich drum. Wenn man so eine relativ harte Metal Band wie wir es sind ist, dann stört es auch nicht wirklich. Bei einem Akustikabend einer Jazzsängerin ist das natürlich noch mal anders. Bisher haben wir in der Hinsicht immer Glück gehabt. Natürlich hat man ab und an mal ein Rauschen auf dem In-Ear, das da nicht hingehört, aber damit kann man schon leben.

Posen, aber dennoch gut den Lauf spielen, bekommt Basser Eric ohne Bedenken hin.

Geld verdienen und auf Facebook chatten

PnS: Kann man heute mit Musik (Alben) überhaupt noch Geld verdienen? Oder geht das hauptsächlich über Konzerte und Merch-Verkauf?
Maik:
Das sieht man ja, wie teuer Konzerttickets werden. Da ziehen die Bands eben den Fans das Geld aus der Tasche und nicht mehr durch CD-Verkauf. Man gibt heute dennoch genauso viel Geld für Musik aus, wie vor 20 Jahren, eben nur für andere Sachen. Das Geld wird nicht mehr im Plattenladen liegen gelassen, sondern auf den Konzerten. Aber insofern ist das Einkommen von den Bands immer gleich, nur sind die Quellen neu definiert. Und es ist vielleicht etwas leichter geworden, als Band direkt an Geld zu kommen, weil nicht mehr so viele Plattenfirmen dazwischen geschaltet sind. Ich denke, man kann heute einfacher Geld verdienen, als damals.

PnS: Wie wichtig sind euch Social-Media-Kanäle wie Facebook? Findet ihr es gut, dass man so direkteren Kontakt zu Fans hat oder nerven euch eher Sachen wie Shitstorms?
Maik:
Also, zum Shitstorm: Ist uns bisher noch nicht passiert. So was kann man direkt auch nicht beeinflussen, aber generell ist es als Fan total cool, dass so ein direkter Kontakt zur Band möglich ist. Die Leute sind dann immer ganz perplex, dass das so einfach funktioniert, wenn wir mal auf ein paar Kommentare oder Nachrichten antworten und da wirklich wer von der Band antwortet - wir verwalten das Profil nämlich selbst. Find ich eine gute Sache. Sicherlich ist es schwer für jede Band da eine große Kommunikation herzustellen, da jede Band sich publik auf Facebook machen kann. Aber für eine Band in unserer Größe ist das echt eine coole Sache.

PnS: Ihr habt schon öfter betont, dass es euch sehr wichtig ist, finanziell bzw. beruflich von der Band unabhängig zu sein. Lässt sich das mit zunehmendem Erfolg weiterhin durchhalten? Gab es schon Überlegungen, die Band komplett in Fulltime zu betreiben?
Maik:
Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem sich nicht viel mehr ändern wird. Wir würden auf keinen anderen Festivals spielen oder mehr Geld bekommen. Wir sind da quasi an der obersten Grenze, was man mit einer solchen Musik in Deutschland überhaupt erreichen kann. Von daher ist die Überlegung ad acta gelegt, weil wir es auch als Hobbyband soweit geschafft haben. Das heißt aber nicht, dass wir, nur weil wir eine Hobbyband sind, auf einem Festival weniger Geld verlangen. Man investiert einfach weniger Zeit dafür und es hat auch so geklappt.



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