Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Interview: Angry Pony über Band-Contests

Machste was, bekommste was

Angry Pony sprechen über ihre Erfahrungen mit Band-Wettbewerben und die damit verbundenen Gegebenheiten.


Machste was, ...

Sie finden regelmäßig, oft regional und immer wieder statt: Wettbewerbe für Bands, die nach einem größeren Publikum streben. Gelockt wird mit Preisen und zahlreichem Publikum, welches den Musikern Gehör schenkt. Abgesehen von den Gewinnern ist für Konzertbesucher nicht immer ersichtlich, inwiefern das nun ein Plus für eine Band ist. Was springt dabei überhaupt raus? Wir sprachen mit der 8-Bit-Taschenrechner-Rock-Band Angry Pony aus Freiburg über ihre Erfahrungen mit genanntem Veranstaltungstyp.

People nStuff: Der heutige Abend ("VS Music Contest") zählt bereits zu eurem dritten Wettbewerb, an dem ihr in diesem Jahr teilgenommen habt.
Dominik:
Richtig. Im Frühjahr waren wir noch bei der "Freiburger Rampe". Zu jenem Event gab es einen Abend, an dem wir mit vier anderen Bands gespielt haben. Doch heute Abend sind wir im ersten richtigen Finale. In einer der Vorentscheid-Runden des Music Contests in Villingen haben wir es weitergeschafft.

PnS: Wie und wann bereitet ihr euch auf einen Band-Wettbewerb vor?
Dominik:
Leider zu wenig. (lacht) Wir haben da so ein bestimmtes räumliches Problem. Unsere Sängerin Anne wohnt in Stuttgart, alle anderen in Freiburg. Daher können wir nur wochenends Proben. Und in dem Zuge sei auch erwähnt, dass das auch nicht jedes Wochenende klappt. Eigentlich müsste man im Vorfeld noch mal eine Generalprobe machen und sich auf die Show konzentrieren, die Reihenfolge der Setlist verbessern - das können wir so aber nicht. Das klappt nicht. Wenn es gut läuft, treffen wir uns schon einmal in der Woche zum Proben. Das ist halt Hobby.

PnS: Wie handhabt ihr den Kommunikationsweg Social Media für solche Anlässe?
Dominik:
Meiner Meinung nach ist es so, dass zum Beispiel das Netzwerk Facebook und Musik prinzipiell überhaupt nicht so richtig zusammenpassen. Mit Veranstaltungen kann man schon mal eine Welle machen, da klicken dann auch gut ein paar Leute drauf, aber keiner kommt dann zum Konzert. Das ist die bisherige Erfahrung. Es ist ganz gut, um mit Fans in Kontakt zu bleiben, die da waren. Wir haben den Luxus, einen guten Freund zu haben, der das alles für uns mit Leidenschaft regelt. Wir haben dafür eher linke Hände.


Aufgepasst! Dominik (links) gibt Bo ein Zeichen zum nächsten Einsatz.

Klein aber fein

PnS: Was gehört für euch auf jeden Fall auf der Bühne dazu? Alles spontan aus der Hüfte oder mit System?
Dominik:
Unser Ziel ist es, dass es den Zuhörern nicht langweilig wird. Wenn ich auf ein Konzert gehe, will ich persönlich keinen perfekten Sound oder perfekt gespielte Songs haben, sondern ich will unterhalten werden - Entertainment. Genau das soll bei uns auf der Bühne dann ebenfalls so rüber kommen. Es soll etwas Neues passieren. Irgendetwas überraschendes und etwas, dass man im Voraus nicht erahnen kann. So bisschen aus dem üblichen Muster heraus denken. Eine gewisse Spontaneität.
Stefan: Es ist jedes Mal natürlich auch immer ein bisschen anders als der vorherige Gig. (grinst) Hängt natürlich auch immer von der Stimmung jedes einzelnen ab.
Anne: Man muss sich schließlich auch immer etwas an das Publikum anpassen. Immer schauen, wie die auf einen reagieren.

PnS: Wie reagiert ihr in dem Zuge auf beispielsweise ein eher kleines Publikum?
Dominik:
Doppelte Power. (lacht)
Bo: Heute Abend war auch mal wieder so ein Gig, der von unserer Seite spieltechnisch nicht einwandfrei war, doch wir hatten einen riesen Spaß. Ich hab selten die Augen offen beim Spielen, aber wenn ich zwischendurch doch einmal linse, dann ist es schon ein cooles Gefühl, wenn ich sehe, dass die Leute im Publikum eine Banane im Gesicht haben (Ein Grinsen im Gesicht, Anm. d. A), dann macht das einfach Laune. Oder die schauen ganz irritiert, nach dem Motto "Sag mal, was ist das für ein irrer Scheiß, den die da gerade spielen?". Find ich schon geil.
Dominik: Dann gibt es sogar auch Applaus, wenn ein Song mal nicht so akzeptabel gespielt wurde, was uns heute Abend mit einem Stück passiert ist. Das gibt uns allen noch mal einen gewissen Motivationsschub.
Bo: Ich glaube, es liegt auch daran, dass wir bei Fehlern nicht gleich erschrecken und alles fallen lassen. Es gibt viele, die da völlig aus dem Konzept geraten und total verunsichert sind. Wir können darüber schon lachen. Kann schließlich auch mal lustig und spannend sein, so ein derber Schnitzer im Stück. Jeder Moment ist nun mal einmalig. So was ist besonders dann super, wenn man in einer so liebevollen Location wie heute Abend spielen darf und Leute dahinterstehen, die das gern machen. Macht einfach Laune. Und wir müssen nicht spielen. Wir möchten spielen, weil es einfach Spaß macht.

Anne vertieft im Text während Stefan den Gesangspart treibend mit seiner Bass-Line untermalt.

Mal läuft es ...

Bo: Um noch mal auf die Contests zurückzukommen: Musikwettbewerbe für Bands bieten einem auf einfache Art die Möglichkeit, wenn ich das so mal sagen darf, an Gigs heranzukommen. Booking war bisher ein heikles Thema bei uns. Als unser ehemaliger Sänger in der früheren Konstellation "My Angry Pony" noch dabei war, hatte er in der Hinsicht immer viel gemacht. Als wir uns letztes Jahr zu Angry Pony neu formierten, war der dann weg und somit auch die Booking-Angelegenheit. Seitdem wir aber Contests spielen, haben wir irgendwie das Glück, dass wir immer mehr Gigs angeboten bekommen. Das ist echt gigantisch. Vor allem auch gute Sachen, bei denen wir uns schon wundern, denn prinzipiell haben wir das Buchen, wie bereits erwähnt, noch nicht so intensiv verfolgt. Bei der "Freiburger Rampe" gab es einen Auftritt beim "Zelt-Musik-Festival" (ZMF) in Freiburg zu gewinnen. Obwohl wir diesen Preis nicht abgestaubt haben, sind wir dennoch kontaktiert worden, ob wir dort nicht spielen wollen.

PnS: Habt ihr noch einen weiteren Wettbewerb-Termin für dieses Jahr geplant?
Dominik & Stefan:
Nee, reicht erst mal wieder. (lachen)

PnS: Aus allem Gesagten nun ein Fazit gezogen, betrachtet ihr es so, dass es nicht zwingend ist, einen Band-Contest zu "gewinnen"?
Bo:
Genau. Weitere Kontakte zum Beispiel sind ertragreicher.
Dominik: Wie Bo schon sagt, klasse, um Kontakte zu schmieden und um an weitere Leute ranzukommen. Wie jetzt das Beispiel mit der "Rampe". Dieser Gig auf der dortigen Veranstaltung im Februar hat uns vieles eröffnet.
Bo: Mit My Angry Pony hatten wir damals auch einmal an einem Wettbewerb teilgenommen. Da konnte man einen Gig auf dem "Southside" gewinnen. Der "Southside Contest" im Abdera in Biberach war das. Einen Gig, den wir aber nicht gewonnen haben. (alle lachen) Wir haben beschissen gespielt und ist daher berechtig gewesen. (erneutes Gelächter)
Ich glaube, es gibt zwei Arten von Band-Contests. Die, bei denen echt was rausspringt für die Musiker und jene, die einfach nur schlecht sind. Wir haben vor zwei Wochen auf einem anderen Contest gespielt, hinter dem ein riesiger und sehr bekannter Investor stand. Wunderschöne Location, geile Bühne, super Sound, aber ... das Publikum bestand fast nur aus Leuten, die für diesen Abend eingestellt worden sind. Leute, die Geld kriegen, um ihren Job zu erledigen. Das hat man sofort gespürt. Scheiß Stimmung, und es war nix los. So kann es leider auch mal laufen.


 

Weitere Infos und Termine der Band auf www.angrypony.de

Das wütende Pferd auf Facebook.

Auf Soundcloud wird ebenfalls gewiehert.



Leser-Kommentare:
Keine Kommentare

Kommentar schreiben...

Das könnte dich auch interessieren:




layout-domain.tmpl