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Interview: Amy Lee (Evanescence)

Mehr als fettes Gitarrenbrett

Evanescence sind zurück! Mit neuem Sound und Bock auf die Bühne.


Mehr als fettes ...

Vor mittlerweile fast 15 Jahren schafften Evanescence um Frontfrau Amy Lee mit ihrem Debütalbum den Durchbruch und wurden direkt Superstars. Nach einer bewegten Bandgeschichte inklusive Schaffenspause meldet sich das Quintett jetzt mit ganz neuen Tönen zurück. Denn das neue Werk „Synthesis“ legt den Fokus auf Elektro und Orchester.

Als die internationale Karriere von Evanescence so richtig durchstartete, konnte man der Band kaum entgehen. Songs wie „Going Under“ oder „Bring Me To Life“ liefen im Radio, auf MTV (ja, da lief damals noch Musik) und in Rockdiscos rauf und runter. Das war auch kein Problem, denn die kraftvolle Mischung aus fetten Gitarrenriffs, vielschichtigen Flächen und Frontfrau Amy Lees durchdringendem Gesang war frisch und mit mächtig Ohrwurmpotenzial. Wie gut die Songs sind, merkt man übrigens auch daran, dass sie auch heute noch bestens funktionieren.

Dieser spezielle Evanescence-Sound überstand auch diverse Besetzungswechsel und machte die Folgealben des Debüts ebenfalls sehr erfolgreich. Doch im Hintergrund gärte etwas Neues und so war kaum jemand überrascht, als Amy Lee 2012 eine längere Bandpause ankündigte. Erst 2015 gab es ein Lebenszeichen, als Evanescence wieder begannen, auf Tour zu gehen. In der Zwischenzeit hat sich der Sound der Band deutlich verändert, wie das neue Album „Synthesis“ deutlich zeigt. Schluss mit fetten Gitarrenbrettern, dafür viel orchestrale und elektronische Sounds.

Dazu befragt, warum sie eine so lange Pause eingelegt hat, meinte Amy: „Ich muss einfach das Gefühl haben, dass ich wirklich Musik machen möchte. Ich brauche unbedingt diesen Funken, diese bestimmte Idee. Ich habe eine tolle Band, wir machen tolle Musik. Aber ich will nicht etwas veröffentlichen, hinter dem ich nicht zu 100 % stehe. Zwischen unseren Alben war ja schon immer ein größerer Zeitraum. Und das ist auch in Ordnung so, weil es das ist, was wir brauchen.“ Dem entsprechend hat sie auch keine negativen Gefühle, was ihre Bandpause bis 2015 betrifft. „Ich brauchte nach ‘Evanescence’ definitiv eine Pause. Ich machte einige Solosachen, arbeitete an einigen Soundtrack-Geschichten – und bekam ein Baby. Das ist das Projekt, auf das ich stolzer bin als auf alles andere in meinem Leben. Und das ist ziemlich zeitaufwendig.“

Doch der von ihr gewünschte Funke kam, und so begann der Prozess, an dessen Ende das neue Album „Synthesis“ und die dazugehörige Tour stehen. „Ich hatte schließlich die Idee zu ‘Synthesis’, die mich wirklich begeistert hat. Also haben wir losgelegt.“


Auf „Synthesis“ zeigen Evanescence einen komplett anderen Sound.

Die Details freilegen

Doch wie kam sie auf die Idee, den Bandsound zu öffnen? „Ich habe schon immer nur die Musik gemacht, die ich selbst hören wollte. Und ich habe mir über die Jahre immer wieder gedacht, dass ich die Arrangements unserer Songs liebe, zum Beispiel die Streicher oder die elektronischen Sounds. Doch wenn die Band richtig loslegt, dann gehen diese Sachen nahezu komplett unter. Ich dachte mir wie cool es wäre, wenn ich eine Version der Songs, nur so für mich, hätte, die komplett in dieser anderen Welt aufgeht. Und aus diesem Gedanken wurde dann ein viel größeres Projekt, bei dem wir beispielsweise die originalen Vocals noch toppen wollten. Das war ganz schön hart.“

Dafür arbeitete sie mit dem Produzenten Will Hunt zusammen, der schon seit längerem Sounds und Arrangements für Evanescence macht – übrigens nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Evanescence-Schlagzeuger. :) „Will Hunt ist ein sehr talentierter Programmierer und Produzent, er hat auch Songs mit mir geschrieben, zum Beispiel ‘Imperfection’. Wir arbeiten jetzt schon rund zehn Jahre zusammen. Wir haben immer mal gemeinsame kleine kreative Projekte zusammen gemacht. Wir mögen einfach sehr ähnliche Dinge und respektieren die Arbeit des anderen sehr.  Wir haben also das neue Album gemeinsam produziert, und David Campbell hat die kompletten String Arrangements übernommen. David hat auch schon die String Arrangements bei allen anderen Evanescence-Alben gemacht. Wir haben unsere Songs mit seiner Hilfe einfach auf ein höheres Niveau gehoben – und er hatte wirklich viel Spaß dabei. Ich war mir sicher, dass er genau der Richtige dafür ist.“


Fragt sich, ob es leicht ist, Songs, die man schon seit über einem Jahrzehnt in ihrer ursprünglichen Form kennt, so radikal umzubauen. „Das Schwierigste an ‘Synthesis’ waren zweifellos die Vocals, weil ich da so hohe Anforderungen hatte, wie sie sein sollten. Ich wollte wirklich zeigen, dass ich mich seit den frühen Aufnahmen weiterentwickelt habe. Dabei geht es weniger darum, eine höhere Note oder einen lauteren Ton zu singen. Mir ging es eher darum, nichts mehr zurückzuhalten und alles bis in die Details auszureizen, um mehr Dynamik hineinzubekommen. Ich wollte mir den Raum geben, auch verwundbar zu sein. Mittlerweile finde ich es auch cool, wenn Vocals mal nicht so perfekt sind – das war früher ganz anders. Viele Dinge, die ich früher als unvollkommen oder Schönheitsfehler betrachtet hätte, sind für mich mittlerweile Teil meiner Identität, meiner Stimme.

Es hat riesig Spaß gemacht, an den Vocals zu arbeiten, auch weil sie der schwerste Teil des Projektes für mich waren. Das Aufregendste hingegen waren zweifellos die Aufnahmen mit dem Orchester. Wir waren dafür in den Ocean Way Studios in Nashville, wo sie eine alte Kapelle zu einem Aufnahmeraum umfunktioniert haben. Der Raum und sein Sound ist einfach etwas ganz besonderes.“ Diese Begeisterung hört man dem Album auch an. Ein tolles Comeback dieser Band.

Hier bekommst du einen guten Eindruck, wie Evanescence jetzt klingen:

Tourdates & Infos

Mit dem neuen Album „Synthesis“ im Rücken befinden sich Evanescence aktuell auf einer ausgiebigen Tour – mit Orchester. Im Frühjahr verschlägt es das erweiterte Quintett nach Europa und in dem Rahmen für vier Konzerte nach Deutschland und in die Schweiz. Die neue audiovisuelle Liveshow „Evanescence – Synthesis: Live with Orchestra“ soll eine einzigartige Symbiose aus Pop, Rock, Elektronik und orchestraler Größe bieten. Jetzt schon vormerken.

Hier die Termine:
20.03.18: CH-Zürich, Samsung Hall
22.03.18: Stuttgart, Porsche Arena
23.03.18: Leipzig, Arena
26.03.18: Düsseldorf, Mitsubishi Electric Hall

Das Album

Wer an Evanescence denkt, hat vermutlich sofort die durchdringende Stimme von Sängerin Amy Lee sowie fette Gitarrenriffs im Ohr. Doch auf „Synthesis“ präsentieren sich Klassiker wie Neukompositionen im schlanken und vielschichtigen Gewand. Dank des Fokus auf elektronische Klänge und Orchester hört man viel mehr kompositorische Details. Und über allem schwebt der elfenhafte Gesang von Amy Lee.


Weitere Infos: www.evanescence.com
www.facebook.com/Evanescence/



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