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Im Fokus: Versicherungen für Musiker

Auf Nummer sicher

Sein Equipment versichern? Muss das sein? Nein, natürlich nicht! Aber im Schadensfall ist man sicher froh, Hilfe zu bekommen.


Auf Nummer sicher

Ob Hobby oder Beruf: Musiker geben oft viel Geld für ihr Equipment aus. Wenn Instrumente und sonstige Ausrüstung Schaden nehmen oder gestohlen werden, sind die Kosten dann hoch. Eine Versicherung kann hier den nötigen Schutz bieten. Wir zeigen, welche Anbieter es gibt und worauf du achten musst.

Ein Blick in die Musikgeschichte legt die Vermutung nahe, dass Musiker sich meist nicht besonders für Verträge interessieren. Die Liste der Künstler, die sich in finanziellen Fragen höchst naiv gezeigt haben, ist lang. Lieber wird geübt oder an neuen Songs gefeilt, als sich über Paragrafen den Kopf zu zerbrechen. Das ist einerseits verständlich, birgt andererseits aber auch Gefahren, die von kleineren monetären Nachteilen bis zum finanziellen Ruin reichen können.

Im Schadensfall ist etwa klar im Vorteil, wer schlau genug war, eine Versicherung abzuschließen. Von Kurzschluss-Schäden, Proberaum-Überschwemmungen oder Tourbus-Aufbrüchen hat wohl jeder schon gehört oder hat selbige vielleicht sogar bereits persönlich erlebt. Die Erfahrung zeigt, dass der Transport von Gear das höchste Schadensrisiko birgt. Diebstahl ist deutlich seltener, aber ebenfalls ein Faktor. Viele Instrumente sind zudem empfindlich genug, dass schon ein eigentlich unspektakuläres Um- oder Herunterfallen zu teuren Reparaturen führen kann. Eine unachtsame Bewegung – oft nicht einmal vom Musiker selbst – kann im schlimmsten Fall bereits einen Totalschaden nach sich ziehen.

Zwar sind Versicherungen für Musiker noch immer ein Nischenprodukt. Es gibt aber dennoch eine Reihe von Anbietern, die spezielle Produkte für Musiker im Programm haben. Gerade Künstler, die häufig mit ihrem Equipment unterwegs sind, sollten einen Blick auf die entsprechenden Angebote werfen. Aber auch für Musiker, die eher selten auf Reisen sind, kann sich eine Investition in eine Versicherung auszahlen – man denke etwa an das oben angeführte Beispiel des überschwemmten Proberaums und Ähnliches.


Wenn so etwas passiert und der Proberaum unter Wasser steht, ist man froh, wenn man die passende Versicherung hat.

Was kosten Versicherungen für Musiker?

Die Kosten halten sich durchaus in Grenzen und sind meist auch sehr einfach zu berechnen. Bei I’M SOUND, einer Marke der Mannheimer Versicherung, berechnet sich zum Beispiel der jährliche Beitrag für Musiker, die elektrisches Equipment nutzen, aus 1,5 Prozent des Gesamtwerts des zu versichernden Gears (ob Neu- oder Zeitwert spielt keine Rolle). Hinzu kommen noch 19 Prozent Versicherungssteuer. Bei Equipment im Wert von 10.000 Euro käme man dann auf rund 180 Euro pro Jahr (einschließlich Steuer). Wobei der Mindestbetrag 60 Euro netto beträgt, was einem Equipmentwert von 4.000 Euro entspricht.

Bei der Schwestermarke SINFONIMA für klassische Musikinstrumente wird der Beitrag für jedes Instrument individuell berechnet. Je nach Instrumentengruppe und Wert gibt es unterschiedliche Beitragssätze. Pauschal gesprochen ist hier bis zu einem Instrumentenwert von 3.000 Euro mit einem Beitrag von 45 Euro zuzüglich Versicherungssteuer pro Jahr zu rechnen.

Musiker im Bereich der sogenannten U-Musik (also Pop-, Rockmusik & Co.) entscheiden sich normalerweise dafür, ihr wertvollstes Instrumentarium für den Neuwert zu versichern, weil sie sich im Schadenfall das gleiche Equipment wiederbeschaffen möchten. Bei weniger wichtigem Equipment kann es aber durchaus auch Sinn ergeben, den Zeitwert (sprich: den Restwert) zu versichern. Hier sollte man unbedingt auf das Kleingedruckte im Versicherungsvertrag achten. Ein Beispiel: Ist ein Instrument oder Teil weniger als 40 Prozent des Neuwertes wert, dann kann es etwa bei I’M SOUND nur noch zum Zeitwert versichert werden. Auch dies ist nachvollziehbar, da der Neuwert bei einem Gegenstand, der bereits derart stark an Wert verloren hat, schlicht keine Relevanz mehr hat. Etwas unfein ausgedrückt: „Schrott kann man nicht zum Neuwert versichern.“ Anders liegt der Fall selbstredend bei hoch gehandelten Vintage-Instrumenten. Wer stolzer Besitzer einer 1954er Fender Stratocaster ist, sollte seinen Schatz also unbedingt zum sogenannten Taxwert („Schätzwert“) versichern. Schließlich dürfte dieser um einige hunderttausend Dollar über dem Originalpreis (249 US$) liegen!

Im Klassikbereich ist das Versichern nach dem aktuellen Wert ohnehin die Regel. Da zum Beispiel bei vielen Blasinstrumenten der Wert mit der Zeit sinkt, ist es hier bei gebrauchten Instrumenten empfehlenswert, nach Zeitwert zu versichern. „Bei neuen Instrumenten sollte analog der Neuwert versichert werden“, sagt Susanne Leuthner, Leiterin SINFONIMA. „Eine Besonderheit sind die teuren Streichinstrumente ab 10.000 Euro, die auch Meisterinstrumente genannt werden, und die Meisterbogen ab 5.000 Euro. Hierfür bietet SINFONIMA als Versicherungswert die Taxe an.“ Die Schätzung garantiert die volle Entschädigungsleistung, beispielsweise wenn eine Reparatur notwendig wird. Der Wert von teuren Streichinstrumenten und Bögen steigt in der Regel mit den Jahren und so bestünde im Schadensfall ansonsten die Gefahr einer Unterversicherung. Wichtig: Der Musiker sollte alle vier bis fünf Jahre den Wert des Instrumentes überprüfen lassen, ansonsten kann es sein, dass im Fall eines Totalschadens des Instruments die Versicherung nicht für den tatsächlich vielleicht gestiegenen Wert aufkommt, sondern den letzten geschätzten Wert als Ausgangsbasis nimmt.

Ob man Hobby- oder Berufsmusiker ist, spielt für die Versicherung keine wichtige Rolle – der Tarif bleibt für gewöhnlich derselbe. Allerdings kann, wer ordentliches Mitglied in einem Berufsverband für Musiker ist, eventuell in den Genuss von Sonderkonditionen kommen. Diese müssen selbstverständlich von der Versicherung mit dem jeweiligen Verband vereinbart worden sein und sind individuell zu erfragen. Womöglich kommt auch eine zusätzliche Berufshaftpflichtversicherung in Betracht.

Im Proberaum greift die Hausratversicherung im Normalfall nicht – wer dort also teures Equipment lagert, der sollte lieber vorsorgen.

Was wird versichert?

Es wäre ein Trugschluss zu denken, wer eine Hausratversicherung hat, befände sich als Musiker bereits auf der sicheren Seite. Instrumente, die oft transportiert werden, benötigen besonderen Schutz, den eine Hausratversicherung nicht bietet. „Eine Hausratversicherung versichert, wie der Name schon sagt, Hausrat gegen bestimmte Gefahren wie Feuer, Wasser und Diebstahl“, erläutert Janina Klabes, Markenmanagerin bei I’M SOUND. „Falls man Equipment ausschließlich zu Hause aufbewahrt, dann mag eine Hausratversicherung ausreichen. I‘M SOUND ist aber eine sogenannte Allgefahrenversicherung, was bedeutet, dass dein Equipment nicht nur zu Hause, sondern auch im Proberaum, am Veranstaltungsort und während des Transports gegen – fast – alle möglichen Risiken, die dir im Musikeralltag begegnen können, versichert ist. Und das weltweit.“

Für Musikgruppen bieten sich mitunter auch spezielle Verträge an. So gibt es etwa für Bands, Orchester und Musikvereine besondere Verträge. Der Beitrag wird dann über alle Instrumente einheitlich ermittelt. Dadurch können Instrumente aufgrund der höheren Gesamtversicherungssumme im Beitrag preiswerter werden als dies bei einer Einzelpolice der Fall wäre.

Wenn man sein Equipment auf öffentlichen Veranstaltungen nutzt, muss man sich selbstverständlich darum kümmern, die Geräte keinem unnötigen Risiko auszusetzen.

Wann greift die Versicherung?

Klar, dass man, auch wenn eine Versicherung abgeschlossen wurde, sorgfältig mit seinem Instrument und dem weiteren Equipment umgehen muss. Wer grob fahrlässig einen Schaden verursacht hat, kann damit rechnen, dass die Entschädigungsleistung von der Versicherung abgelehnt oder nur anteilig gezahlt wird. Als „grob fahrlässig“ kann zum Beispiel auch ein Vergessen des Instruments in der Venue oder auf dem Weg zum Gig (im Zug, Bus usw.) eingeordnet werden. Wobei aber zum Beispiel die Mannheimer Versicherung darauf hinweist, „dass eine vollständige Ablehnung einer Entschädigungsleistung in der Praxis bisher so nicht vorkam.“ Auch interessant: Das Oberlandesgericht Karlsruhe gab jüngst einem Kunden Recht, der seine Bratsche im Abteil eines Zugs vergessen hatte. Dem Versicherungskunden, so das Gericht, könne zwar ein „bemerkenswertes Maß an Zerstreutheit“ bescheinigt werden. Sein Instrument in der Bahn zu vergessen sei aber nicht selten. Der Versicherer musste den entstandenen Schaden daher zahlen.

Keine Versicherung versichert jedoch uneingeschränkt gegen alles. „Den Beitrag, den eine Versicherung für dieses unkalkulierbare Risiko für alle Kunden pauschal erheben müsste, wäre unbezahlbar“, erläutert Janina Klabes von I’M SOUND. „Eine Versicherung soll im Ernstfall schützen. Wenn ein Kunde mit seinem Equipment leichtsinnig oder fahrlässig umgeht, wird keine Versicherung solch einen Schaden übernehmen können. Der gesunde Menschenverstand sowie die zumutbaren Realitäten im Musikeralltag sollten für den Kunden immer Maßstab im Umgang – zum Beispiel bei der Lagerung oder Verstauung – seines Equipments sein.“

Einen genaueren Blick in den Versicherungsvertrag sollte man auch werfen, wenn man vorhat, mit seinem Gear ins Ausland zu reisen. Gilt der Tarif auch für andere Länder oder gar weltweit? Längst nicht bei jeder Versicherung trifft dies zu. In jedem Fall müssen bei Allgefahrendeckungen aber alle Ausnahmen im Vertrag stehen. Die üblichen Verdächtigen sind hier wie auch sonst üblich: Vorsatz, Verschleiß, Krieg, Atomkatastrophen und Ähnliches. Ausgenommen sind aber zum Teil auch Witterungsschäden und die Aufbewahrung in ungesicherten Gebäuden (Stichwort: Proberaum in der Bauruine). Teilweise gibt es auch sogenannte Nachtklauseln, die etwa greifen, wenn man als Musiker sein Instrument über Nacht im Auto gelassen hat, statt es mit in die Wohnung zu nehmen, und das Fahrzeug dann aufgebrochen wurde.

Die Nachweispflicht im Schadensfall liegt stets beim Kunden. Bewahrt daher unbedingt alle Equipment-Rechnungen gut auf. Sind die Rechnungen nicht mehr vorhanden, ist es ratsam, aussagekräftige Fotos vom versicherten Equipment zu machen. In jedem Fall benötigt man als Kunde vor Versicherungsbeginn eine Aufstellung, in der die Art des Instruments beziehungsweise Zubehörs, die Marke und der Wert angegeben sind. Außerdem wird die Dokumentation von Seriennummern bei Versicherungen gern gesehen. Je mehr Infos man seiner Versicherung vorlegen kann, desto reibungsloser läuft in der Regel später auch die Erstattung. Neben den Anschaffungsrechnungen sollte man – vor allem bei Vintage-Instrumenten – auch alle weiteren Wertnachweise wie etwa Echtheitszertifikate gut aufheben. Es kann sein, dass die Versicherung in bestimmten Fällen darauf besteht, eine Kopie der Wertnachweise ausgehändigt zu bekommen – auch weil es dann im Schadensfall meist schneller geht, die Höhe der Entschädigungsleistung zu bestimmen.

Bei kleineren Beträgen (etwa bis 3.000 Euro) werden auch Pauschalversicherungen angeboten. Der Vorteil: Oft muss bei dieser zusammenfassenden Versicherungsart ein Austausch des Instruments dann nicht mehr angezeigt werden. Sprich: Was neu hinzukommt, ist automatisch mitversichert.

Man kann übrigens nicht nur Geräte versichern, sondern auch seinen Körper bzw. sich selbst – etwa mit einer speziellen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Welche weiteren Versicherungen sind sinnvoll?

Nicht immer sind es nur Gegenstände, die eines Versicherungsschutzes bedürfen. Für Berufsmusiker können zum Beispiel auch Versicherungen interessant sein, die ganz konkret den eigenen Körper betreffen. In diesem Bereich bieten sich etwa spezielle Unfallversicherungen für Berufsmusiker an. Was dann erstattet wird, ist durchaus unterschiedlich und kann bei 5 bis 70 Prozent der vereinbarten Leistung liegen (was üblich ist), aber auch 100 Prozent betragen. Berufsunfähigkeitsversicherungen für Musiker werden noch recht selten angeboten. I’M SOUND arbeitet aber nach eigener Aussage diesbezüglich gerade an einem Produkt, das nächstes Jahr auf den Markt kommen und eine mögliche Alternative zu Berufsunfähigkeitsversicherungen bieten soll.

Wer etwa als Musiklehrer freiberuflich in eigenen Räumlichkeiten unterrichtet, für den mag sich unter Umständen auch eine Berufshaftpflichtversicherung lohnen. „Stürzt beispielsweise ein Schüler während des Unterrichts über ein Kabel und verletzt sich, springt die Berufshaftpflicht ein“, sagt Janina Klabes von I’M SOUND. „Auch eine Veranstalterhaftpflicht kann für Musiker Sinn machen, beispielsweise wenn ein DJ für eine eigene Partyreihe oder eine Band für eine Release-Party selbst zum Veranstalter wird.“

Ein Tipp noch zum Schluss: Es kann sich lohnen auch bei klassischen Versicherungsmaklern nach Policen für Musiker zu fragen. Makler handeln mit den Versicherern häufig gesonderte Bedingungen aus, um ihren Kunden einen Extranutzen bieten zu können. Doch ob ihr euch nun direkt an einen Versicherer wendet oder den Weg über einen Makler geht – in jedem Fall gilt: Werft vor Abschluss der Versicherung mehr als einen flüchtigen Blick in den Vertrag. Dann erlebt ihr im Ernstfall keine unangenehmen Überraschungen und könnt euch über Erstattungen freuen, die ganz euren Erwartungen entsprechen.

Anbieter von Versicherungen für Musiker

Badische Versicherungen: www.bgv.de

Mannheimer Versicherung: www.mannheimer.de

Sinfonima: www.sinfonima.de

I’M SOUND: www.imsound.de

Sparkassenversicherung: www.sparkassenversicherung.de

Versicherungskammer Bayern: www.vkb.de



Leser-Kommentare:
Jörg, 06-07-16 10:23
Hallo Music n Stuff Team,

zuerst einmal danke für diesen Artikel. Die I'M SOUND Versicherung hatte ich noch nicht auf dem Schirm.
eine Frage zu den Anbietern hätte ich noch: Ich bin mehrfach über den Anbieter Harmonia (Manfred Kronstaller, www.harmonia.eu, Versicherungsträger AIG Europe) gestolpert. Ich finde die dort aufgerufenen Beiträge mehr als fair, sie sinken auch (prozentual) mit steigendem Versicherungswert. Es kann auch bspw. die Nachtzeitklausel (üblicherweise ist Equipment, das aus dem Auto zwischen 22 und 6 Uhr entwendet wird, nicht versichert) für einen Aufpreis von 25% ausgesetzt werden, was für mich persönlich sehr wichtig ist, da mein Equipment die meiste Zeit seines Daseins im Auto fristet.

Ich habe mehrfach von Musikern gelesen, die dort versichert sind, aber noch keinen Schadensfall hatten. Im Optimalfall sollte das ja tatsächlich genau so sein (lieber haben als brauchen). Dadurch fehlen eben natürlich Erfahrungswerte in der Abwicklung. Gibt es einen Grund - außer Nicht-Bekanntheit - warum dieser Anbieter hier nicht aufgeführt wird?

Vielen Dank und herzliche Grüße, Jörg

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