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Im Fokus: Verbände für Musiker – die GEMA

Hol dir dein Geld

In diesem Artikel zeigen wir, warum es die GEMA gibt, was sie macht – und woran es liegt, dass sie dennoch so einen schlechten Ruf hat.


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Als Schöpfer geistigen Eigentums hat man in der Regel nicht die Zeit, mit jedem Nutzer seiner Werke Verträge auszuhandeln. Deshalb gibt es sogenannte Verwertungsgesellschaften. Für Musiker und Texter ist das in Deutschland die GEMA. In diesem Artikel zeigen wir, warum es die GEMA gibt, was sie macht – und woran es liegt, dass sie dennoch so einen schlechten Ruf hat.

Mit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert konnten geistige Werke erstmals in großen Mengen vervielfältigt werden. Gleichzeitig nahm sich der Mensch seit der Renaissance immer stärker als Individuum wahr, das letztlich auch seine geistigen Produkte als Eigentum verstand – erst hierdurch wurde es Künstlern einige Jahrhunderte später möglich, ihren Lebensunterhalt selbständig zu bestreiten, also nicht auf Mäzene angewiesen zu sein. Deshalb müssen Künstler auch schauen, dass sie das Geld bekommen, das ihnen zusteht.

Unter geistigem Eigentum versteht man heute immaterielle Werke, die Personen durch geistige Anstrengungen geschaffen haben und für die der betreffenden Person besondere Rechte eingeräumt werden. In der Regel handelt es sich bei Letzteren um Nutzungs- und Verwertungsrechte. Das Urheberrecht selbst ist zwar nicht übertragbar, dafür kann dies aber mit Nutzungs- oder Verwertungsrechten an einem Werk geschehen. Einem Komponisten oder Textdichter etwa ist es damit möglich, einer anderen (auch juristischen) Person unter bestimmten zuvor ausgehandelten Bedingungen zu erlauben, ein Werk zu verwenden.

An diesem Punkt treten Verwertungsgesellschaften wie die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ (kurz: GEMA) auf: In vielen Fällen wäre es für den Urheber schlichtweg zu aufwendig, für jede einzelne Nutzung persönlich Bedingungen mit den Nutzern seiner Werke auszuhandeln. Wer möchte schon etwa als Komponist Kontakt mit sämtlichen Radiostationen, Musikportalen, Clubs und so weiter aufnehmen? Daher bietet es sich an, für bestimmte Nutzungsarten die Wahrnehmung einem Dritten zu übertragen. Für musikalische Werke übernimmt dies in Deutschland die GEMA – ein wirtschaftlicher Verein, der staatlich anerkannt ist und unter Aufsicht des Deutschen Patent- und Markenamtes sowie des Bundeskartellamtes steht. Neben der GEMA gibt es noch eine ganze Reihe anderer Verwertungsgesellschaften wie etwa die GVL, die VG Wort und die VG Bild-Kunst.


Die GEMA als Verwertungsgesellschaft

Als Verwertungsgesellschaft nimmt die GEMA die Nutzungsrechte an den Urheberrechten ihrer Mitglieder (Komponisten, Textdichter, Musikverleger) wahr. Zu den betreffenden Rechten, die den Musiknutzern von der GEMA gegen eine Vergütung zur Verfügung gestellt werden, zählen zum Beispiel: das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (Downloads und Streams), das Senderecht in Radio und Fernsehen, das Recht der mechanischen Vervielfältigung (CDs, DVDs etc.), das Recht der Konzertaufführung sowie das Recht der Aufführung von Ton- und Bildtonträgern (etwa in Clubs, Supermärkten etc.). Die Verwertungsgesellschaft generiert dadurch zwar Einnahmen, sie darf laut eigener Satzung jedoch keinen Gewinn erzielen. Stattdessen werden sämtliche Einnahmen nach Abzug der Verwaltungskosten an die berechtigten Musikurheber ausgeschüttet. Einnahmen, die nicht verteilbar sind, werden für soziale und kulturelle Zwecke verwendet. Die GEMA fungiert in einer treuhänderischen Vermittlerrolle. Im Zuge dieser Rolle verwaltet sie die Rechte von mehr als 65.000 Mitgliedern sowie von mehr als zwei Millionen ausländischen Berechtigten. Schon 1903 gab es übrigens mit der „Deutschen Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht“ (AFMA) eine Vorläuferorganisation – die erste Verwertungsgesellschaft Deutschlands überhaupt.

Die GEMA als Verein

Als Verein hat die GEMA natürlich auch Mitglieder: Komponisten und Textdichter vertonter Werke, Musikverleger und Rechtsnachfolger von Komponisten und Textdichtern. Es gibt drei Formen der Mitgliedschaft. Die größte Gruppe bilden die sogenannten angeschlossenen Mitglieder. Strikt genommen handelt es sich hierbei gar nicht um Mitglieder im Sinne des Vereinsrechts; sie können daher zum Beispiel nicht an Abstimmungen auf Mitgliederversammlungen teilnehmen. Nach dieser ersten großen Gruppe folgen die außerordentlichen Mitglieder. Diese müssen – sofern es sich um Urheber handelt – fünf allein oder in Miturheberschaft erstellte Werke einreichen und deren öffentliche Aufführung oder Verbreitung nachweisen, um Mitglied zu werden. Ein außerordentliches Mitglied erhält unter anderem das aktive Wahlrecht und kann so die Zusammensetzung der GEMA-Gremien gestalten. Ordentliche Mitglieder bilden die dritte Gruppe. Sie müssen fünf Jahre außerordentliches Mitglied gewesen sein und in den letzten fünf Jahren mindestens 30.000 Euro (Musikverleger: 75.000 Euro), jedoch in vier aufeinander folgenden Jahren mindestens 1.800 Euro (Musikverleger: 4.500 Euro) jährlich von der GEMA bezogen haben. Ordentliche Mitglieder erhalten das passive Wahlrecht und können sich so in sämtliche Gremien und Entscheidungsorgane der GEMA wählen lassen.

Fakten zur GEMA

Vollständiger Name: Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte
Gründungsdatum: 28. September 1933
Vorstandsvorsitzender: Harald Heker (seit 2007)
Hauptsitz: Bayreuther Straße 37, 10722 Berlin
Mitglieder: rund 3.700 Vollmitglieder, ca. 6.400 außerordentliche Mitglieder und ca. 59.600 angeschlossene Mitglieder (Stand Ende 2015)
Mitarbeiter: knapp 1.000
Aufnahmegebühr: 90 Euro netto
Mitgliedsbeitrag (Jahr): 50 Euro
Website: www.gema.de

Die GEMA steht auf der Seite der Musikurheber. Diese müssen sich aber zumindest anmelden, um auch direkt von ihrer Arbeit profitieren zu können.



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