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Im Fokus: Ride nPlay

Auf nach Berlin!!

Mit Straßenmusik kann man als Musiker doch gut was nebenbei verdienen? Oder? Wir finden es im Live-Experiment heraus.


Auf nach Berlin!!

Wie das so ist, wenn man unterwegs ist und herumspinnt – plötzlich steht eine Idee im Raum. Und man fragt sich immer wieder, warum man sie nicht einfach umsetzt. Deshalb machen wir das jetzt. Die Frage: Kann man in Deutschland mit Straßenmusik genug zum Überleben verdienen? Die Antwort werden wir herausfinden – und zwar auf einer 14-tägigen Tour quer durchs Land, von München nach Berlin auf Fahrrädern.

So, die Sache ist beschlossen! Wir starten am 19. Juni (mit einer Generalprobe am 18. Juni) eine Straßenmusiktour durch Deutschland, von München nach Berlin – und dann noch ein Stück weiter. :)  Die einzelnen Steps der Reise findest du am Ende – wie auch Links zu den Berichten der einzelnen Tage und weitere Infos rund um das Thema. Aber noch mal zurück: Straßenmusik? Wieso das denn?

Auslöser der ganzen Aktion waren Gespräche zwischen Manuela und mir während einer Reise. Wir redeten über dies und das, und plötzlich standen zwei Ideen gleichzeitig im Raum. Manu meinte, dass sie schon immer mal mit dem Fahrrad von München nach Berlin fahren wollte. Und dass unser Umzug (wir haben die Redaktion ja Anfang des Jahres von Olching bei München nach Finsterwalde südlich von Berlin verlegt) doch der perfekte Zeitpunkt wäre, um das endlich durchzuziehen. Bei der Gelegenheit erinnerte ich mich daran, dass ich schon immer Straßenmusik machen wollte, um zu erfahren, wie das so ist, und ob es denn möglich ist, damit so viel Geld einzunehmen, um damit zumindest für Übernachtung und Verpflegung sorgen zu können. Und eh wir uns versahen, waren die beiden Ideen auch schon zu einer verschmolzen, einer Straßenmusik-Radtour.
Nach der ersten Idee stand direkt die Planung an. Wie viele Kilometer kann man pro Tag eigentlich sinnvollerweise fahren? Wie viel Gepäck und Equipment kann man mitnehmen? Darf man eigentlich einfach überall dort, wo man das möchte, Straßenmusik machen? Welche Instrumente sollen mit? Und natürlich, ganz wichtig: Welche Songs wollen wir eigentlich spielen? Denn ehrlich gesagt hatten wir bis dahin nicht wirklich mit dem Gedanken gespielt, als Akustikgitarrenduo irgendwo aufzutreten. Doch selbst mit all diesen Fragen war die Vorfreude größer als die Bedenken.

Nachdem die Entscheidung, die Aktion durchzuziehen, für uns feststand, haben wir zunächst die einzelnen Punkte der Tour festgelegt. Für uns war klar, dass wir versuchen wollen, möglichst viel in Großstädten zu spielen. Ehrlich gesagt wissen wir zwar noch nicht, ob es da wirklich besser läuft als im ländlichen Raum, aber man hat zumindest potenziell mehr Publikum. Deswegen befinden sich zwischen München und Berlin auch Städte wie Augsburg, Nürnberg, Erfurt oder Leipzig. Dabei muss man natürlich bedenken, wie weit man es mit dem Fahrrad an einem Vormittag überhaupt schaffen kann. Da setzt die Fitness ja doch irgendwo Grenzen. Zudem sind zwei Wochen ja auch gar nicht so kurz, da will man ja nicht gleich in den ersten Tagen kaputt gehen. Wo genau wir dann in der jeweiligen Stadt spielen werden, werden wir tatsächlich erst am eigentlichen Tag wissen, aber das macht es ja auch spannend. Wobei wir uns selbstverständlich vorbereiten werden und recherchieren, was die besten Plätze in der jeweiligen Gegend sind. So würdest du das schließlich (hoffentlich) auch machen, wenn du auf so eine Tour gehen würdest.


So sieht der erste Teil der Strecke aus ...

Darum genau geht es

Ein typischer Tag wird dann vermutlich so aussehen: Wir stehen ganz schön früh auf, essen eine Kleinigkeit und schwingen uns dann auf die Räder, damit wir spätestens am Mittag am nächsten Ort der Tour ankommen. Auf dem Weg werden wir natürlich auch Sehenswürdigkeiten, besondere Locations usw. besuchen. Und wenn man so gemütlich und abseits der Auto­bahnen unterwegs ist, sieht man sicher auch viele Dinge, die einem sonst schlicht verborgen bleiben. Der Fokus liegt aber selbstverständlich darauf, in der nächsten Stadt anzukommen, dort alle eventuellen bürokratischen Hürden zu klären, uns ein paar schöne Plätze zum Spielen auszusuchen und dann loszulegen. Denn der Satz „Zeit ist Geld“ trifft wohl in kaum einem anderen Zusammenhang so genau zu wie hier. Uns fehlen schlicht die Erfahrungswerte, wie viel man mit Straßenmusik in ein paar Stunden einspielen kann.

Selbstverständlich machen wir die ganze Aktion nicht einfach, um sie gemacht zu haben. Denn neben der Frage, ob man mit Straßenmusik in Deutschland genug Geld zum Überleben erspielen kann, gibt es viele Fragen, die wir während dieser Tour klären. Muss ich als Straßenmusiker GEMA zahlen? Und falls ja, wie berechnet sich diese Gebühr? Muss ich meine Performance bei der jeweiligen Stadt anmelden? Und falls ja, wo? Wie finde ich heraus, ob ich verstärkt spielen darf und wie laut bzw. wie lange? Muss ich meine Einnahmen dem Finanzamt melden? Was kann man tun, damit die Leute mehr Geld geben? Ist besonders extrovertiertes Auftreten hilfreich oder schadet es eher? Hilft es, sich zu kostümieren? Bringt es etwas, schon ein wenig Geld in den Gitarrenkoffer oder Hut zu packen, damit die Leute mehr geben? Oder denken sie dann eher, dass man ja schon genug hat? Wir werden sehen.

Wir sind auf jeden Fall schon gespannt auf die Ride nPlay Tour 2017 und fiebern dem 18. Juni, wenn die Generalprobe in München steigt, entgegen. Selbstverständlich freuen wir uns über jeden Leser, der die Reise auf musicnstuff.de, auf www.facebook.com/musicnstuff.de oder am besten natürlich live verfolgt. Und wenn du Tipps für uns hast, wo man in einer der Städte besonders gut spielen kann, wo es günstige Übernachtungsmöglichkeiten gibt, oder welche Erfahrungen du mit Straßenmusik gemacht hast, dann schreib uns. Wir freuen uns auf Input und Fragen, die wir unterwegs klären sollen. Einfach eine Mail an info@musicnstuff.de schicken. Wir sehen uns on the road.

... und so geht es weiter. Nicht zu sehen ist der Fahrradlose Schlenker nach Mailand. :)

Die einzelnen Termine und aktuelle Berichte

Hier die Termine unserer „Grundlos optimistisch“-Tour mit unserer zu diesem Zweck gegründeten Band „Alles auf Steil“. Wo genau wir spielen erfährst du am einfachsten in dem du uns auf Facebook folgst:

18. Juni: Generalprobe, München
19. Juni: Etappe 1, Augsburg
20. Juni: Etappe 2, Treuchtlingen
21. Juni: Etappe 3, Nürnberg
22. Juni: Etappe 4, Treppendorf/Musikhaus Thomann
23. Juni: Etappe 5, Bamberg
24. Juni: Etappe 6, Coburg
25. Juni: Etappe 7, Neustadt am Rennsteig
26. Juni: Etappe 8, Erfurt
27. Juni: Etappe 9, Weimar
28. Juni: Etappe 10, I-Mailand
29. Juni: Etappe 11, Leipzig
30. Juni: Etappe 12, Lutherstadt Wittenberg 
01. Juli: Etappe 13, Potsdam
02. Juli: Etappe 14, Berlin
03. Juli: Finale, Finsterwalde

Und hier findest du dann ab ca. dem 20. Juni auch Links zu den einzelnen Tagesberichten. Wie schnell die Online gehen hängt natürlich immer von der verfügbarkeit von Strom und Internet bei uns ab. Aber wir hoffen auf angenehme Hotel- bzw. Herbergsübernachtungen. :)

Unsere Gesprächspartnerin bei der GEMA: Gaby Schilcher

Was ist eigentlich mit der GEMA?

Eine Frage, die sich dem Straßenmusiker stellt, isbesondere, wenn er öfter spielt und dabei viel Material anderer Künstler perfort: Muss ich das jetzt eigentlich bei der GEMA anmelden? Und bin ich als der „Veranstalter“ des Konzertes zu Abgaben verpflichtet? Um das herauszufinden, haben wir der GEMA diese und weitere Fragen geschickt. Unsere Gesprächspartnerin war Gaby Schilcher, Fachreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der GEMA.

Music nStuff: Wenn ich Straßenmusik mache und dabei auch Stücke GEMA-gemeldeter Künstler spiele, muss ich dafür dann GEMA-Gebühren zahlen? Und falls ja, wie hoch fallen diese aus?
Gaby Schilcher:
Musikaufführungen der Straßenmusiker  sind grundsätzlich lizenzpflichtig. Bisher hat die GEMA aber aus wirtschaftlichen Gründen von einer Nachverfolgung abgesehen. Sie müssen als Straßenmusiker also keine Vergütung für die Musiknutzung bezahlen.

MnS: Wenn ich denn als Veranstalter des Straßenkonzertes in der Fußgängerzone oder auf einer Freifläche die Veranstaltung der GEMA melde, wie wird meine GEMA-Gebühr berechnet?
Gaby:
In dem genannten Beispiel handelt es sich um Konzerte. Konzertveranstaltungen werden nach den Vergütungssätzen U-K lizenziert. Die Vergütung für Konzerte mit bis zu 2.000 Besuchern beläuft sich derzeit auf 5 % der Umsätze aus den Karteneinnahmen, mindestens jedoch 23,30 Euro je 150 Besucher.

MnS: Macht es dabei einen Unterschied, ob ich die Stücke so Original wie möglich spiele oder ändert es etwas, wenn ich Text oder Arrangement deutlich ändere?
Gaby:
Grundsätzlich müssen Bearbeitungen direkt von den Komponisten und Textdichtern bzw. deren Verlagen genehmigt werden. Die GEMA kann das nicht. Es handelt sich hier um Persönlichkeitsrechte.

MnS: Muss ich eigentlich die Erlaubnis des Künstlers/der Plattenfirma/des Managements einholen, wenn ich seine Songs öffentlich (was bei Straßenmusik ja zutrifft) spielen möchte?
Gaby:
Eine Zustimmung des Urhebers ist nur dann erforderlich, wenn eine wesentliche Bearbeitung des Werkes erfolgt (s.o.). Ansonsten werden mit einer Lizenz der GEMA die Nutzungsrechte an den Werken der Urheber eingeräumt, genau dafür gibt es ja Verwertungsgesellschaften. Die GEMA ermöglicht es Veranstaltern diese Nutzungsrechte aus einer Hand zu erhalten, so dass sie nicht sämtlichen Rechteinhabern hinterherrennen müssen. Gleichzeitig müssen die Urheber sich nicht darum kümmern, wer ihre Werke nutzt, sondern werden über die Lizenzeinnahmen der GEMA  angemessen für die jeweilige Nutzung bezahlt. Eine klassische Win-Win-Situation ;-)

MnS: Macht es in der Berechnung einen Unterschied, ob ich die Songs ohne Gesang, mit anderen Texten oder komplett original spiele?
Gaby:
Nein, das macht keinen Unterschied.

MnS: Wie kann ich die Stücke, die ich gespielt habe, bei der GEMA einreichen? Und wie schnell muss das passieren? Oder muss ich gar meine Konzerte vorher anmelden?
Gaby:
Musiknutzungen, die die GEMA lizenziert,  müssen vor der Veranstaltung angemeldet werden. Die Titelliste wird im Anschluss eingereicht, wenn man weiß, welche Werke gespielt wurden. Am einfachsten funktioniert das Einreichen der Titel online: www.gema.de/musikfolgen Natürlich kann man auch „analoge“ Listen einschicken.


MnS: Wenn ich GEMA-Mitglied bin, fließt dann auch ein Teil der GEMA-Gebühr wieder an mich zurück – zumindest, wenn ich eigene, GEMA-gemeldete Songs spiele? Und falls ja, wie wird diese Summe berechnet?
Gaby:
Alle Einnahmen der GEMA werden – abzüglich der Verwaltungskosten von ca. 15 Prozent – an die berechtigten Mitglieder ausgeschüttet. Verteilungsgrundlage ist der Verteilungsplan, der in der Mitgliederversammlung verabschiedet wird. Die GEMA selbst macht keinen Gewinn.



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